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Märkische Allgemeine
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06.03.2008/ 00:00
TAGUNG: Verpflichtung zur Vielfalt
Charta unterzeichnet
Innenstadt -
Ein Beispiel hat Christoph Miethke sogleich parat: „Eine Diplom-Ingenieurin, die durch die Kinder ein paar Jahre aus dem Beruf ausgestiegen war, bat um ein Praktikum in meiner Firma. Als ich sie einlud, dankte sie mir überschwänglich für die Chance. So etwas kann doch nicht sein, dass eine Frau mit einem Hochschulstudium beschämenderweise schon für ein Praktikum dankbar sein muss!" Damit sich das ändert, war der Medizingerätehersteller aus Potsdam gestern einer der ersten Brandenburger Unternehmer, die die „Charta der Vielfalt" unterschrieben.
Bei der gemeinsam von der Berlin-Brandenburgischen-Auslandsgesellschaft (BBAG) und dem„Technologie- und Gründerzentrum Fläming GmbH" (TGZ) organisierten Tagung „Vielfalt aktiv nutzen -Diversity-Management-Ansätze im europäischen Vergleich" unterschrieben neben Miethke weitere sieben Brandenburger Firmenchefs die Charta und verpflichten sich damit dazu, ein Klima der Akzeptanz und Chancengleichheit zu schaffen. Die Initiative, die unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel steht, regt an, bei der Einstellung von Arbeitskräften ethnische Minderheiten, Frauen, ältere Menschen und Behinderte stärker als bisher zu beachten. In der Bundesrepublik haben seit Beginn der Initiative im Dezember 2006 rund 300 Unternehmen die Charta unterschrieben.
Eine Zahl, die Miethke antreibt: „300 sind aufs ganze Land gesehen doch wirklich wenig. Das müssen mehr werden. Oft können sich die Menschen nicht vorstellen, dass Vielfalt auch eine wirtschaftliche Stärkung ist." Das sah Anne Demanowski vom TGZ ähnlich: „Auch Unternehmer mit Gewissen und Verantwortung können Vielfalt knallhart wirtschaftlich nutzen." (Von Sebastian Scholze)
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