Nachgehakt: Brandenburgisch-preußischer Kolonialismus in Brandenburg

Projekt zur Auseinandersetzung mit der brandenburgisch-preußischen Kolonialgeschichte und den Kontinuitäten von Vorurteil und Rassismus heute

Projektlaufzeit:

1. Juni 2013 bis 31. Dezember 2014

Kooperationspartner:

Das Projekt wird aus Mitteln der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) gefördert.

Hintergründe:

Der Große Kurfürst ist mit dem Potsdamer Toleranz-Edikt in unser Allgemeinwissen eingegangen. Dem kollektiven Gedächtnis weitgehend entfallen hingegen ist die Tatsache, dass auf sein Geheiß im Jahre 1683 auf westafrikanischem Grund, im heutigen Ghana, die brandenburgische Flagge gehisst und mit dem Bau der Festung Groß-Friedrichsburg begonnen wurde. Das Kurfürstentum Brandenburg stieg somit in den Kreis der Kolonialmächte und einen schwungvollen Sklavenhandel ein.

Das Projekt „Nachgehakt: Brandenburgisch-preußischer Kolonialismus in Afrika " soll das oft verdrängte Thema der brandenburgisch-preußischen Kolonialgeschichte in das öffentliche Bewusstsein im Land Brandenburg tragen und so eine Auseinandersetzung mit deren Auswirkungen auf die Jetztzeit ermöglichen. Das Projekt sieht sich hierbei in der Tradition der Projektgruppe '325 Jahre Landnahme', in welcher auch der VERNOB vertreten war, welche bereits 2008 mit der Tagung 'Eine Brandenburg in Afrika. 325 Jahre koloniale Landnahme - Was nun!' und der Veröffentlichung einer umfangreichen Tagungsdokumentation, erste Versuche unternahm, die koloniale Vergangenheit Brandenburgs in den öffentlichen Diskurs zu rücken.

Zielgruppen:

Gewünscht ist eine fruchtbare Zusammenarbeit von SchülerInnen der weiterführenden Schulen und MultplikatorInnen der Jugend- und Erwachsenenbildung des Landes Brandenburg. MigrantInnen-Organisationen werden dabei als Stakeholder in allen Bereichen eine Rolle spielen.

Aktivitäten:

Im Zeitraum von August 2013 bis November 2014 ist u.a. die Durchführung von Projekttagen an Brandenburger Schulen vorgesehen. In einzelnen Projektgruppen soll dann mit pädagogischer Begleitung im Frühjahr 2014 an verschieden Themen gearbeitet werden:

  • Spuren des Kolonialismus im Land Brandenburg (Orte, Geschichten, Biographien...)
  • Wie und wo könnte/sollte ein Gedenkort für die Opfer des brandenburgisch-preußischen Kolonialismus realisiert werden?
  • Perspektivenwechsel: Austausch zum Thema Sklavenhandel mit der Schulklasse einer Sekundarschule in Sansibar-Town
  • Wie kann ich das Thema bei einem Projekttag an meiner Schule umsetzen? (Erstellung von Bildungsmodulen)

Die Ergebnisse der einzelnen Gruppen sollen im Anschluss in einer kleinen Ausstellung der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.

Projektbegeleitend wird es thematische Workshops an verschiedenen Orten in Brandenburg geben. Unter anderem ist ein Filmworkshop mit dem Thema 'Afrikabilder' geplant.

Angebote für LehrerInnen/Schulen & SchülerInnen

  • Projekttage oder -stunden in Schulen

  • Betreuung von Facharbeiten zum Thema brandenburgisch-preußischer Kolonialismus

  • Erlernen/ Vertiefen von praxisbezogener Recherchearbeit in verschiedenen Medien

  • Mitarbeit in der Projektgruppe zu einem  Bildungsmodul für Schulen

  • Kontaktaufbau zu einer Sekundarschule in Sansibar Town

  • Weiterbildung zu einem historischen Thema mit Regionalbezug

  • Kontaktaufbau und Zusammenarbeit mit Vereinen

  • Mitarbeit an einer kleinen thematischen Wanderausstellung und Präsentation derselben in der Schule

  • Wir sind ein vom Bildungsministerium des Landes Brandenburg zugelassener Weiterbildungsträger und zur Durchführung von Projekttagen in Schulen berechtigt.

Angebote für Vereine & Einzelpersonen

  • Unterstützung bei der Aufarbeitung (post-) kolonialer Themen vor Ort

  • Aufbau und Vertiefung schulischer Kontakte

  • überregionale thematische Vernetzung und Zusammenarbeit

  • Mitgestaltung  einer Wanderausstellung

  • Mitarbeit an einem Bildungsmodul für Schulen

 

Der Projektflyer steht hier zum Download bereit: flyer_kolonialismus.pdf

Kontakt:

Bei Interesse an einer Kooperation, der Mitarbeit in einer Projektgruppe, weiteren Ideen oder Fragen wenden Sie sich bitte an:

Uwe Prüfer

Tel.: 0331 – 704 89 660331 – 704 89 66 ; Email: pruefer@bbag-ev.de

Für schnelle Informationen und 'gegenseitiges Gernhaben' gibt es auch noch eine Facebookseite. Wir freuen uns auf ganz viel Besuch und Austausch unter: www.facebook.com/kolonialismus.brandenburg

Projektvorstellung am 6.11.2013

Am 6. November 2013 um 17:30 wurde das Projekt in den Räumen der BBAG Potsdam nochmal offiziell vorgestellt. Wir luden alle InteressentInnen herzlich dazu ein. Wir freuten uns, die Opferperspektive e.V. mit einem Redebeitrag mit dabei gehabt zu haben. Die Einladung mit der Tagesordnung kann hier angeschaut und gedownloaded werden: Einladung_Projektvorstellung.pdf

Das Veranstaltung wurde gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Auftaktveranstaltung 14./15. Februar 2014 Im FreiLand Potsdam

Am 14.-15.02. 2014 findet im größten selbstverwaltete Kulturzentrum der Landeshauptstadt eine Auftaktveranstaltung mit viel Input und Diskussion rund ums Thema Kolonialismus statt.

Nach den dortigen gemeinsamen Diskussionen, Planungen und Vereinbarungen der Teilnehmenden können im Frühjahr und Sommer 2014 die Projektgruppen zu Themen wie Spuren des Kolonialismus vor Ort, mögliche Gedenkorte zum preußischen Kolonialismus, thematischer Austausch mit jungen Menschen in Sansibar-Town und zur Erstellung von Bildungsmodulen arbeiten.

Im Rahmen des Projektes werden u.a. begleitete Projekttage mit und von Brandenburger Jugendlichen durchgeführt. Die Ergebnisse der einzelnen Gruppen sollen im Anschluss in einer kleinen Ausstellung für die weitere Beschäftigung mit dem Themenkreis in Schule und Jugendarbeit zugänglich gemacht werden.
InteressentInnen am Projekt sollten deshalb zur Teilnahme an weiteren Aktivitäten und an einer 2.Veranstaltung bereit sein.

Die Einladung mit dem Programm kann hier angesehen/ gedownloaded werden: Nachgehakt-Programm

Fachexkursion des Kooperationsprojektes "Nachgehakt" ins Brandenburg-Preußen Museum Wustrau

Am 19.August 2014 hat das Projekt "Nachgehakt. Brandenburgisch-preußischer Kolonialismus in Afrika" der BBAG e.V.  - In Kooperation mit VENROB e.V. und PAWLO e.V. - eine Fachexkursion ins Brandenburg-Preußen Museum nach Wustrau unternommen.
Zwölf Interessierte haben dort die Daueraustellung sowie insbesondere die  Sonderrausstellung "Türcken,Mohren und Tartaren. Muslime in Brandenburg" neugierig-kritisch unter die Lupe genommen.
Dr.Stephan Theilig, seit Februar 2014 der Wissenschaftliche Leiter des Museums (2. v. links) hat die Gruppe begleitet und mit ihr ein sehr anregendes Fachgespräch geführt.

 

Abschlussveranstaltung: Eingehakt. Brandenburgisch-Preußischer Kolonialismus in Afrika

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (Am Neuen Markt 9, 14476 Potsdam);

29. November 2014, 10:00 bis 15:00 Uhr

Gemeinsam mit unseren Gästen wollen wir einen weitere Blick in diesen unrühmlichen Teil der brandenburger Geschichte wagen. Wir wollen aber auch auf das Projekt schauen. Was hat es erreicht? Wo konnte nachgehakt werden? An welchen Stellen wird es weiter gehen?

Weitere Themen werden die Verankerung der Thematik in den Rahmenlehrplänen und die Zusammenarbeit mit Berliner Initiativen sein.

Während des Projekts wurde eine kleine Wanderausstellung entworfen, welche im Kontext der Veranstaltung vorgestellt wird.

Abgerundet wird die Veranstaltung mit einer Podiusmdiskussion zur 'Demokratischen Erinnerungskultur'.

Das genaue Programm mit Informationen zu Zeiten und GastrednerInnen können Sie hier downloaden: Einladung.pdf

Wir laden Sie herzlich ein! Weiter Informationen erhalten Sie von Uwe Prüfer unter: pruefer@bbag-ev.de