Sansibar Stadt (Internetseite der Stadtverwaltung von Sansibar Stadt: www.zmc.go.tz)- ist die Hauptstadt des Bundesstaates Sansibar in Tansania, zu dem die Inseln Unguja (Sansibar) und Pemba gehören. Sansibar Stadt hat ca. 206.000 Einwohner. Die Bevölkerung besteht aus Afrikanern, Indern, Persern und Arabern, von denen ca. 97 % Muslime sind. Der wohl berühmteste Sohn Sansibars ist Freddy Mercury, verstorbener Sänger der Rockgruppe Queen, der am 5. September 1946 in Sansibar Stadt unter dem Namen Farrokh Bulsara geboren wurde.

Kultur: Das historische Zentrum der Stadt - Stown Town ist Weltkulturerbestätte der UNESCO. Zu ihr gehören das historische Fort, prächtige Moscheen und die im 18. und 19. Jhd. gebauten Häuser der damaligen arabischen Oberschicht. Berühmt ist Sansibar Stadt für die geschnitzten Holztüren. Besondere Sehenswürdigkeiten sind das Livingstone House, die Guliani Brücke und das House of Wonders (der ehemalige Sultanspalast, der vom Sultan Barghash 1883 gebaut wurde und als erstes Gebäude in der Stadt über elektrisches Licht verfügte). Besonderes kulturelles Highlight ist das Sansibar Filmfestival (www.ziff.or.tz).

Geschichte: Ab dem 8. Jh. kamen arabische Händler auf die Insel Sansibar, sie brachten auch den Islam dorthin und gründeten Niederlassungen, die sich zu Handelszentren entwickelten, insbesondere auch für den Austausch mit Indien. Der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama kam am 28. Januar 1499 auf die Insel, die Portugiesen übernahmen in der Folgezeit die Herrschaft, die sie Ende des 17. Jh. an den Sultan von Oman abgeben mussten. Unter seiner Herrschaft war die Insel ein Zentrum für den Sklavenhandel. Ab 1698 entstanden die ersten steinernen Gebäude von Stone Town, darunter das Fort von Sansibar Stadt.
1832 verlegte der omanische Sultan Sayyid Said die Hauptstadt seines Sultanats nach Sansibar Stadt, was zu einer sprunghaften Entwicklung der Stadt führte, in der Mitte des 19. Jh. knapp 20.000 Menschen wohnten. Mit der Errichtung des Konsulats der USA begann 1837 der "westliche" Einfluss. 1883 baute Sayyid Barghash das Beit al-Ajaib (heute: House of Wonders) und den Leuchtturm direkt neben dem Sultanspalast. Die Stadt mit damals ca. 80.000 Einwohnern bekam ihr erstes Elektrizitätswerk.
1890 wurde Sansibar Teil des britischen Kolonialreiches. Der kürzeste Krieg der Weltgeschichte, der Britisch-Sansibarische Krieg, der nur 38 Minuten dauerte, fand am 27. August 1896 in Sansibar Stadt statt. Ab 9 Uhr morgens beschossen britische Schiffe den Sultanspalast, bis der die Macht beanspruchende Sohn des verstorbenen Sultans die Flucht ergriff. 1897 sorgten die Briten für die Einstellung des Sklavenhandels.
Am 10. Dezember 1963 erlangte Sansibar die Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft, der Sultan und die arabische Oberschicht, die bisher von den Briten begünstigt worden waren, übernahmen die Macht auf der Insel. Sie wurden aber bereits nach einem Monat von aufständischen Afrikanern in einer "Nacht der langen Messer" gestürzt, bei der ein Grossteil der arabischen Bevölkerung von Sansibar getötet wurde. Die Volksrepublik Sansibar vereinigte sich 1964 mit der ebenfalls unabhängig gewordenen Republik Tanganjika zu dem neuen Staat Tansania, dem Sansibar bis heute als Bundesstaat angehört.